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Einsamkeit kann jeden treffen – und tut weh. Warum sie entsteht, was sie mit der Psyche macht und mit welchen Schritten du wieder in Verbindung kommst.
Einsamkeit ist nicht dasselbe wie Alleinsein. Man kann mitten unter Menschen einsam sein – und allein zufrieden. Einsamkeit ist das schmerzhafte Gefühl, dass die eigenen Beziehungen nicht die Nähe und Verbundenheit bieten, die man sich wünscht. Sie ist weit verbreitet und nichts, wofür man sich schämen müsste.
Menschen sind soziale Wesen – Verbundenheit ist ein Grundbedürfnis. Anhaltende Einsamkeit belastet nachweislich die seelische und körperliche Gesundheit: Sie kann Ängste und Depressionen begünstigen und den Stresspegel erhöhen. Umgekehrt ist Einsamkeit oft auch Folge psychischer Belastungen, die zu Rückzug führen – ein Kreislauf, den man durchbrechen kann.
Einsamkeit verändert die Wahrnehmung: Man erwartet eher Ablehnung, deutet Signale negativer und zieht sich weiter zurück. Diesen Mechanismus zu kennen, ist der erste Schritt, ihn zu durchbrechen.
Du musst nicht sofort neue Freundschaften schließen. Kleine Kontakte zählen: ein Gespräch an der Kasse, eine Nachricht an einen alten Bekannten, ein freundlicher Gruß. Solche Mikro-Momente der Verbindung wirken.
Oft gibt es Menschen, zu denen der Kontakt eingeschlafen ist. Ein ehrliches „Ich habe an dich gedacht, wie geht es dir?“ öffnet häufig mehr Türen als gedacht.
Verbindung entsteht leichter über gemeinsames Tun: ein Ehrenamt, ein Kurs, ein Verein, eine Selbsthilfegruppe. Der geteilte Fokus nimmt den Druck aus dem Kontakt.
„Ich bin niemandem wichtig“ ist ein Gefühl, keine Tatsache. Begegne dir selbst so freundlich, wie du einem einsamen Freund begegnen würdest.
Wenn Einsamkeit dich stark belastet, mit Niedergeschlagenheit einhergeht oder du den Rückzug nicht allein durchbrechen kannst, ist professionelle Unterstützung sinnvoll. Eine Therapie kann helfen, die Muster hinter der Einsamkeit zu verstehen und neue Wege zu Verbindung zu finden.
Auf Mein Seelenpflaster findest du Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und Therapeutinnen in deiner Nähe. Wenn es dir akut schlecht geht, ist die Soforthilfe-Seite für dich da.
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
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