Wird geladen…
Wird geladen…
Finde Psychotherapeuten, Beratungsstellen und Soforthilfe in deiner Nähe.
Therapeuten und Beratungsstellen in deiner Nähe
Krisentelefon und Chat-Beratung – jetzt erreichbar
Ratgeber zu mentaler Gesundheit & Selbsthilfe
Depression ist mehr als nur Traurigkeit. Betroffene erleben über Wochen oder Monate anhaltende Niedergeschlagenheit, innere Leere und den Verlust von Freude an Dingen, die früher Spaß gemacht haben. Dazu kommen oft Schlafstörungen, Appetitverlust, Konzentrationsprobleme und das Gefühl, wertlos oder schuldig zu sein. Schwere Depressionen können mit Gedanken an den Tod oder Suizid einhergehen. Depression ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen – und gut behandelbar, meist durch eine Kombination aus Psychotherapie und ggf. Medikamenten.
Angst ist zunächst eine normale Schutzreaktion des Körpers. Bei einer Angststörung tritt sie jedoch ohne reale Gefahr auf, ist unverhältnismäßig stark oder hält dauerhaft an. Unterschieden werden u. a. die generalisierte Angststörung (ständige Sorgen über viele Lebensbereiche), spezifische Phobien (z. B. vor Spinnen oder Höhe), die Panikstörung sowie die soziale Angststörung. Körperlich zeigt sich Angst durch Herzrasen, Zittern, Schwitzen oder Atemnot. Ohne Behandlung schränken Angststörungen den Alltag erheblich ein.
Burnout beschreibt einen Zustand vollständiger emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung, der durch anhaltenden Stress – meist im Beruf – entsteht. Betroffene fühlen sich ausgebrannt, zynisch und leistungsunfähig. Typische Warnsignale sind chronische Müdigkeit, Gleichgültigkeit, Reizbarkeit und häufige Erkrankungen. Burnout entwickelt sich schleichend über Monate bis Jahre und wird oft erst wahrgenommen, wenn die Belastungsgrenze längst überschritten ist. Psychotherapie, Stressmanagement und strukturelle Veränderungen im Alltag sind zentrale Bausteine der Behandlung.
Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickelt sich nach dem Erleben oder Beobachten eines traumatischen Ereignisses – etwa Unfälle, Gewalt, Missbrauch oder Katastrophen. Leitsymptome sind sogenannte Flashbacks (ungewolltes Wiedererleben), Albträume, emotionale Taubheit, Reizbarkeit und das Vermeiden von Situationen, die an das Trauma erinnern. Das Nervensystem bleibt dauerhaft in einem Alarmzustand. PTBS ist behandelbar: Traumafokussierte Therapien wie EMDR oder die kognitive Verarbeitungstherapie zeigen gute Erfolge.
Eine Panikattacke ist eine plötzliche Welle intensiver Angst, die innerhalb von Minuten ihren Höhepunkt erreicht. Typische körperliche Symptome sind Herzrasen, Brustenge, Schwindel, Taubheitsgefühle, Schwitzen und das Gefühl zu ersticken oder die Kontrolle zu verlieren. Viele Betroffene glauben während einer Attacke, einen Herzinfarkt zu erleiden. Panikattacken sind zwar nicht lebensbedrohlich, aber extrem belastend. Treten sie regelmäßig auf, spricht man von einer Panikstörung, die gut mit Verhaltenstherapie und ggf. Medikamenten behandelt werden kann.
Die bipolare Störung ist durch den Wechsel zwischen zwei entgegengesetzten Stimmungsphasen gekennzeichnet: Manische Phasen mit übersteigertem Antrieb, wenig Schlafbedarf, Größengefühlen und impulsiven Entscheidungen wechseln sich mit depressiven Phasen ab. Zwischen den Episoden können die Betroffenen völlig stabil sein. Die Ursachen sind komplex und umfassen genetische, biologische und psychosoziale Faktoren. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, da unbehandelte Manien zu gravierenden Konsequenzen führen können. Die Behandlung erfolgt meist durch Medikamente (Stimmungsstabilisatoren) und Psychotherapie.
Bei einer Zwangsstörung (OCD) werden Betroffene von wiederkehrenden, ungewollten Gedanken (Zwangsgedanken) geplagt, die sie als ich-fremd und belastend erleben. Um die damit verbundene Angst zu lindern, führen sie Zwangshandlungen aus – z. B. übermäßiges Händewaschen, Kontrollieren oder Zählen. Diese Rituale verschaffen kurzfristig Erleichterung, verstärken die Störung aber langfristig. Zwangsstörungen können das gesamte Alltagsleben bestimmen und stark einschränken. Die kognitiv-behaviorale Therapie mit Expositionsübungen gilt als wirksamste Behandlungsmethode.
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) betrifft nicht nur Kinder – viele Erwachsene leben jahrelang undiagnostiziert damit. Kernsymptome sind Schwierigkeiten bei der Konzentration, Impulsivität und – je nach Typ – Hyperaktivität oder innere Unruhe. Betroffene haben oft Probleme, Aufgaben zu organisieren, Termine einzuhalten oder Gespräche nicht zu unterbrechen. Das kann zu Problemen im Beruf, in Beziehungen und beim Selbstwertgefühl führen. Behandelt wird ADHS mit einer Kombination aus Coaching, Verhaltenstherapie und ggf. Medikamenten.
Menschen mit sozialer Phobie haben intensive Angst davor, in sozialen Situationen negativ bewertet oder blamiert zu werden. Sie meiden Gespräche, öffentliche Auftritte oder das Essen in Gesellschaft – aus Angst, sich zu blamieren oder aufzufallen. Selbst alltägliche Situationen wie ein Telefonat oder ein Einkauf können zur Qual werden. Die Störung beginnt häufig in der Jugend und führt ohne Behandlung zu sozialem Rückzug und Einsamkeit. Kognitive Verhaltenstherapie mit Expositionsübungen ist die Therapie der Wahl.
Sucht ist gekennzeichnet durch den Kontrollverlust über den Konsum einer Substanz (Alkohol, Drogen, Medikamente) oder ein Verhalten (Glücksspiel, Internet). Typisch sind starkes Verlangen (Craving), Toleranzentwicklung (mehr wird benötigt für denselben Effekt) und Entzugserscheinungen beim Aufhören. Sucht entsteht oft als Bewältigungsversuch bei Stress, Trauma oder psychischen Erkrankungen. Sie betrifft alle gesellschaftlichen Schichten und ist eine anerkannte Erkrankung, keine Willensschwäche. Behandlung umfasst Entgiftung, Entwöhnung und langfristige psychotherapeutische Unterstützung.
Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung, bei der Betroffene zeitweise den Bezug zur Realität verlieren. Typische Symptome sind Halluzinationen (vor allem Stimmen hören), Wahnvorstellungen, desorganisiertes Denken sowie emotionaler Rückzug und Antriebslosigkeit. Die Erkrankung tritt meist im jungen Erwachsenenalter erstmals auf. Ursachen sind genetische Faktoren in Kombination mit biologischen und umweltbedingten Einflüssen. Mit moderner Medikation und Psychotherapie können viele Betroffene ein weitgehend stabiles Leben führen.
Essstörungen wie Anorexie (Magersucht), Bulimie (Ess-Brech-Sucht) und Binge-Eating-Störung sind ernsthafte psychische Erkrankungen mit körperlichen Folgen. Sie entstehen meist im Zusammenspiel aus gesellschaftlichem Druck, Selbstwertproblemen, Perfektionismus und familiären Einflüssen. Anorexie ist durch extremes Untergewicht und verzerrte Körperwahrnehmung geprägt, Bulimie durch Essanfälle mit anschließendem Erbrechen. Essstörungen haben unter allen psychischen Erkrankungen eine der höchsten Sterblichkeitsraten – frühzeitige Behandlung ist daher besonders wichtig.