Seelische Krise und Panikattacken: Soforthilfe, wenn es zu viel wird
In einer akuten seelischen Krise zählt jede Minute. Wie du eine Panikattacke übersteht, dich in einer Krise selbst stabilisierst und wo du sofort Hilfe bekommst.
Eine seelische Krise kann jeden treffen – plötzlich und mit voller Wucht. In solchen Momenten fühlt sich alles ausweglos an. Doch Krisen sind vorübergehend, und es gibt konkrete Schritte, die sofort helfen. Dieser Artikel gibt dir Werkzeuge für den Akutfall und zeigt, wo du rund um die Uhr Unterstützung findest.
Im Notfall: Diese Nummern helfen sofort
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 – kostenlos, anonym, rund um die Uhr.
- Notruf bei Lebensgefahr: 112 – wenn du oder jemand anderes in akuter Gefahr ist.
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117 – bei dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden.
- Nummer gegen Kummer (für Kinder & Jugendliche): 116 111.
Sich zu melden ist ein Zeichen von Stärke, nicht von Schwäche. Die Menschen an diesen Nummern sind dafür da, dir zuzuhören.
Was ist eine Panikattacke?
Eine Panikattacke ist ein plötzlicher Anfall intensiver Angst mit körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Atemnot, Zittern, Schwindel oder dem Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. So bedrohlich sie sich anfühlt: Eine Panikattacke ist nicht gefährlich und klingt in der Regel nach einigen Minuten von selbst wieder ab.
Soforthilfe bei einer Panikattacke
Bewusst atmen
Bei Panik atmen wir zu schnell. Atme langsam ein (4 Sekunden), halte kurz und atme länger aus (6 Sekunden). Das verlängerte Ausatmen beruhigt das Nervensystem.
Die 5-4-3-2-1-Technik
Diese Übung holt dich aus dem Angststrudel zurück ins Hier und Jetzt. Benenne nacheinander:
- 5 Dinge, die du siehst
- 4 Dinge, die du hörst
- 3 Dinge, die du fühlst
- 2 Dinge, die du riechst
- 1 Ding, das du schmeckst
Dir selbst zusprechen
Sag dir innerlich: „Das ist eine Panikattacke. Sie ist unangenehm, aber nicht gefährlich. Sie geht vorbei.“ Diese Erinnerung durchbricht den Kreislauf aus Angst vor der Angst.
Wenn eine Krise dich überwältigt
Nicht jede Krise ist eine Panikattacke. Manchmal ist es das Gefühl, nicht mehr weiterzuwissen. Was in solchen Momenten hilft:
- Sicherheit schaffen: Geh an einen Ort, an dem du dich sicher fühlst, und entferne alles, was gefährlich werden könnte.
- Nicht allein bleiben: Ruf einen vertrauten Menschen an oder wähle die Telefonseelsorge.
- Den Moment überbrücken: Krisen und ihre stärksten Gefühle sind wellenförmig. Sag dir: „Ich muss jetzt nur die nächste Stunde überstehen.“
- Kalte Reize nutzen: Kaltes Wasser über die Handgelenke oder ein Eiswürfel in der Hand können akute Anspannung schnell senken.
Anzeichen für sofortigen Handlungsbedarf
Bitte hol dir umgehend Hilfe, wenn du
- konkrete Gedanken hast, dir das Leben zu nehmen,
- das Gefühl hast, dich oder andere nicht mehr schützen zu können,
- den Bezug zur Realität verlierst.
Wähle in diesen Fällen die 112 oder wende dich an die psychiatrische Klinik in deiner Nähe. Du musst das nicht allein durchstehen.
Nach der Krise
Wenn die akute Welle vorbei ist, lohnt sich ein Blick nach vorn. Wiederkehrende Panikattacken oder Krisen lassen sich gut behandeln – meist mit Psychotherapie. Auf Mein Seelenpflaster findest du Therapeutinnen und Beratungsstellen in deiner Nähe. Alle Notfallkontakte haben wir auf der Soforthilfe-Seite für dich zusammengestellt.
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung. Im Notfall wähle 112.
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